Oxymethylenether (OME)
DIN/TS 51699
| Prüfparameter | Methode |
| Cetanzahl | DIN EN 17155 |
| Dichte bei 15 °C | DIN EN ISO 12185 |
| Flammpunkt | DIN EN ISO 2719 |
| Kin. Viskosität bei 40 °C | DIN EN 16896 DIN EN ISO 3104 |
| HFRR | DIN EN ISO 12156-1 |
| Schwefelgehalt | DIN EN ISO 20846 |
| Stickstoffgehalt | DIN 51444 |
| Wassergehalt | DIN EN ISO 12937 |
| Gesamtverschmutzung | DIN EN 12662 |
| Oxidationsstabilität | DIN EN 16091 |
| Gefrierpunkt | ASTM D6660 |
| CFPP | DIN EN 116 |
| Formaldehydgehalt | DIN/TS 51699 Anh. B |
| Trioxangehalt | DIN/TS 51699 Anh. A |
| Peroxidzahl | DIN EN ISO 3960 |
| Säurezahl | DIN EN 12634 |
| Stahlkorrosion | DIN ISO 7120 |
| Heizwert | ASG 3201 |
Häufig gestellte Fragen zur Analyse von Oxymethylenether (OME)
Was ist Oxymethylenether (OME) und welche Rolle spielt er als Kraftstoff?
OME (Oxymethylenether) bezeichnet eine Gruppe synthetischer, sauerstoffreicher Moleküle, die keine direkten Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen aufweisen. Durch diese chemische Struktur verbrennt der Kraftstoff im Dieselmotor nahezu rußfrei, wodurch der Zielkonflikt beim Abgas zwischen Stickoxid- und Partikelemissionen eliminiert wird. Als synthetisches E-Fuel kann OME ein essenzieller Baustein für eine klimaneutrale Mobilität darstellen. Ein weiterer Einsatzbereich von OME ist die Lösemittelindustrie. Eine Auflistung der angebotenen Analysen nach DIN/TS 51699 zu OME finden Sie in unserer Prüfparameterliste.
Wie und aus welchen Rohstoffen wird OME hergestellt?
Die nachhaltigste Herstellung erfolgt über Power-to-Liquid-Prozessrouten. Hierbei werden als Rohstoffe ausschließlich erneuerbarer Strom, Wasser und CO2 (z.B. aus der Atmosphäre oder aus industriellem Rauchgas) benötigt. Über Synthesegas und Methanol als Zwischenprodukte werden die langkettigen Ether synthetisiert. Bei der verfahrenstechnischen Auslegung und Skalierung derartiger Anlagenprozesse bietet unser Technikum die experimentelle Begleitung zwischen Labor und Produktion.
Was ist der Unterschied zwischen OME 1, 2, 3 usw.?
Die Ziffern kennzeichnen die Kettenlänge des Moleküls, genauer gesagt die Anzahl der Oxymethylen-Einheiten (-CH2-O-). Kurzkettiges OME 1 (Dimethoxymethan oder auch Methylal genannt) hat einen sehr niedrigen Siedepunkt und wird oft als chemisches Lösungsmittel genutzt. Längerkettige Gemische wie OME 3 bis OME 5 weisen hingegen physikalisch-chemische Eigenschaften auf, die denen von konventionellem Diesel ähnlich sind. Für die exakte Trennung und Quantifizierung dieser homologen Reihen nutzen wir spezielle Verfahren, mehr dazu finden Sie hier: Chromatographie in der Sonderanalytik
Kann man OME bei der ASG als Testkraftstoff bestellen und wofür wird er eingesetzt?
Ja, definierte OME-Blends oder reine Fraktionen können direkt für Entwicklungszwecke bezogen werden. Dies ist beispielsweise für Forschungseinrichtungen und die Applikation an Motorenprüfständen von Interesse, um Einspritzsysteme, Abgasnachbehandlung und das Verbrennungsverhalten unter realitätsnahen Bedingungen mit verlässlichen Referenzen zu testen. Passende Lösungen für Ihre Tests finden Sie in unserem Portfolio für Testkraftstoffe.
Warum erfordert die Bestimmung von Formaldehyd und Trioxan in OME spezielle analytische Methoden?
Formaldehyd und Trioxan sind Zwischenprodukte der OME-Synthese. Aufgrund ihrer potenziellen Toxizität und hohen Reaktivität müssen ihre Konzentrationen im Endprodukt streng überwacht und limitiert werden (gemäß DIN/TS 51699 Anhang A und B). Die Quantifizierung im Spurenbereich ist aufgrund der Flüchtigkeit der Substanzen analytisch anspruchsvoll, wird von uns jedoch standardmäßig über dezidierte Messverfahren in der Oxymethylenether-Analytik abgedeckt.
Wie lässt sich die Oxidationsstabilität und Schmierfähigkeit (HFRR) von OME im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen zuverlässig bewerten?
Synthetische Ether besitzen im Gegensatz zu rohölbasierten Kraftstoffen geringe Schmiereigenschaften und zeigen ein anderes oxidatives Alterungsverhalten. Die tribologische Bewertung über den HFRR-Test (DIN EN ISO 12156-1) und eine Stabilitätsprüfung (DIN EN 16091) sind notwendig, um zu evaluieren ob zugesetzte Additive effektiv wirken oder unerwünschte Abbaureaktionen der Moleküle stattfinden. Bei Fragen zu Unterschieden zwischen regenerativen Dieselalternativen wie HVO bzw. synthetischen Kohlenwasserstoffen und der Analytik von fossilem Diesel beraten wir Sie gerne.
Hier können Sie Ihren Analyseauftrag herunterladen. Bitte senden Sie uns diesen ausgefüllt zusammen mit Ihrer Produktprobe zu. Bitte bachten Sie unsere Hinweise zum Versand der Proben.
Dr. Karolina Kazmierczak
Sie benötigen besondere Analysemethoden für andere Stoffe oder Stoffgemische? Dann werden Sie bei unserer Sonderanalytik fündig.